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Lebenszeichen

23. März 2013

Mein Zielpublikum bin ich. (Walter Moers in einem seiner seltenen Interviews)

So was ähnliches habe ich schon mal zitiert, doch ich habe Anlass zu dieser sinngemäßen Wiederholung: Ich entspreche nämlich der Aussage meines Lieblingsidols (von dem in meiner Schreibe nicht nur das ein oder andere Mal explizit die Rede war, sondern dessen unbewusste, darum aber nicht minder dreiste Abkupferung ich auch in den Reiseerinnerungen meiner vielleicht nicht sentimentalen, aber eben redseligen Selbst bei nochmaliger Lektüre zu erkennen nicht umhin kann), indem ich das lange Schweigen breche, in das ich mich blogmäßig für beinahe ein Jahr gehüllt habe. Im Wesentlichen bestand die Inspiration darin, dass ich die Reue über die Nichterfüllung meiner gefühlten verfasserischen Pflichten sowie die Sorge, dass meine ohnehin kleine Schar getreuer Leser mich im Verlauf des besagten beinahe ganzen Jahres in Ermangelung lesenswerter oder auch nur überhaupt zu lesender Veröffentlichungen mit schroff gerümpften Nasen abgeschrieben und vergessen haben dürfte, den Worten meines Vorbildes (in vielleicht mehr als dem vorgesehenen Maße) nacheifernd ignoriere und einfach schreibe, weil sowohl mir als auch meinem Zielpublikum, also eben auch mir, mal wieder ein bisschen danach ist.

Das ändert natürlich nichts daran, dass ich im Prinzip ebenso wenig zu sagen habe wie die vergangenen Monate auch, aber ich will ja nichts sagen, sondern schreiben, und da liegt, wie ich vermute und irgendwelche spitzfindigen Germanisten sicher mal irgendwo spitzfindig begründet haben, ein Unterschied. Im Unterschied zu meiner nie enden wollenden Verzweiflung über das Ausbleiben einer brillanten Romanidee brauche ich hier auch weder meinen eigenen Ansprüchen daran, was es sich eigentlich wirklich aufzuschreiben oder zu lesen lohnt, zu genügen, noch über diejenigen einer kaufenden und zahlenden Leserschaft zu grübeln, sondern kann einfach darüber schreiben, dass ich schreibe, und zwar eigentlich über gar nichts. Das ist vielleicht etwas albern, aber ich für meinen Teil finde es marginal besser, als diesen Blog vollends veröden zu lassen, und vielleicht freut sich ja noch irgendwer darüber, in den unvorstellbaren Weiten des Internets – die übrigens trotz ihrer Unvorstellbarkeit angeblich unlängst, wie mir mein Bruder erzählt hat, tatsächlich mehr oder weniger vermessen wurden, indem sich einer in zahlreiche Server hackte, auf deren Menge aufbauend irgendwelche mehr oder weniger intelligenten und mehr oder weniger willkürlichen Berechnungen anstellte und so eben den Gesamtumfang des World Wide Web ermittelte oder erriet oder erlog, oder so.

In diese Weiten entsende ich also nun einige Sätze, in denen im Wesentlichen nichts steht, außer: Es gibt mich noch, und meine Mitteilsamkeit gibt es auch noch, und vielleicht gibt es in nicht allzu ferner Zukunft sogar etwas, worüber sie sich in einer in Ansätzen interessanten und lesenswerten Denkschrift, einem literarischen Fragment oder halt einem ebenso inhaltsarmen Geschreibsel wie diesem hier auslassen kann.

Bis dahin. x

3 Kommentare leave one →
  1. 23. März 2013 7:50 pm

    Du wurdest schmerzlich vermisst. Wirst?

    • 23. März 2013 8:13 pm

      Wie nett. Und: Mal sehen. Das einzige Thema (mit Ausnahme der herrschenden Themenlosigkeit), zu dem mir zur Zeit was einfiele, wäre gesellschaftspolitisch, und damit mag ich im Moment nicht anfangen.

      Jedenfalls: Freut mich, dass es auch dich noch gibt.

      • 23. März 2013 8:30 pm

        I’m always here. Always. Watching. Scrolling. Judging.
        Versuchs im Zweifel doch mal mit hardcoretristesses Drauflosgebloggtmethode, wenn es an Ideen mangelt. Oder fang einen Fortsetzungsroman an.

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