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Hurrah geschrien!

1. Januar 2012

Zum Jahreswechsel haben die Besuchszahlen eine Stelle hinzubekommen!

Tausend Dank für euer Interesse und die unermüdliche Bereitschaft, es auch mit ausführlichen argumentativen, hypotaktizistischen und neologistischen Luftschlossbauten aufzunehmen, wenn die Autorin wieder einmal nicht die Zeit hatte, sich kurz zu fassen. (Diese Worte sind meines Wissens entweder von Goethe oder von Moers, in jedem Fall aber sehr gescheit.)

Eigentlich wollte ich rasch zu einem neuartigen Thema – oder vielmehr diesmal: Sujet – überleiten, doch zunächst gehört noch ein Absatz, ach was, ein Artikel! gepflegter Selbstkasteiung in die Welt gejubelt, ohne den die obige Danksagung zumindest nach englischen Maßstäben völlig unzureichend wäre. (Er ist auch gar nicht als Angelungsversuch gegenteiliger Beteuerungen gemeint. Die Qualität meines Schreibens weicht gelegentlich wirklich durchaus von dem, was ich für schriftstellerisch qualitatives Schreiben halte, ab. Kontextbedingt tu ich halt, je nachdem, mehr oder weniger dafür bzw. dagegen – und schreibe damit offenbar doch wieder für mich, unter Inkaufnahme eines Abbekommens des Geschriebenen durch andere.)

Neulich wurde ich gefragt, ob ich dies hier eigentlich zwecks der Übung im Verfassen von Texten schriebe. Das ist nicht der Fall (höchstens versuche ich mich in der damit zusammengehörigen Disziplin und Zeitaufwendung zu üben, und das mit überschaubarem Erfolg). Tatsächlich habe ich im Gegenteil den Eindruck, dass es eine ganz furchtbare Idee gewesen sein könnte, mich ungezügelt auf so einen eigenen Blog loszulassen: Diese Narrenfreiheit lässt die Blüten und Früchte meiner Begeisterung für lange, komplizierte, phantasievolle und gelegentlich abstruse Wörter, Satzgefüge, Meinungsäußerungen, Argumentationen und übrigens auch Aufzählungen nämlich in sagenhaftem Maße gedeihen. Und derlei Spielereien tun zumindest solchen schriftstellerischen Ambitionen und Ansprüchen eher Abbruch, die mit Zugänglichkeit, Lesbarkeit, Allgemeinverträglichkeit u. dgl. zu tun haben (also meinetwegen damit, was hartgesottene Ästhetizisten im Unterschied als bloße schriftstellerische im Unterschied zu dichterischen Qualitäten bezeichnen). Die meinen (also Ambitionen und Ansprüche) haben das in der hiesigen Umgebung allem Anschein nach nur manchmal.

Privat – huch! Ich verwende ein Wort im getreu kantschen Sinne – verstecke ich mich ja gerne hinter der Glorifizierung z.B. Thomas Manns: Der darf das schließlich auch; oder hinter der Annahme, in Deutschland würden Geisteswissenschaftler sogar daran bemessen, wie konsequent sie sich in ihr eigenes syntaktisches Gewirr verstricken und dann wieder mäandernd hinausschlängeln können: Insofern bereite ich mich eigentlich, nachdem der Engländer mich schon beinahe für den hiesigen universitären Betrieb verdorben hat, nur auf eine steile akademische Karriere hierzulande vor. Wenn ich mich aber darauf besinne, dass der Sinn des Schreibens glatt sein könnte, gelesen zu werden, dann aber erbleiche ich bisweilen beim Anblick meiner allzu monströsen Fabrikationen.

Meine liebsten Eigenwerke auf dieser Plattform, also diejenigen, die ich am liebsten selbst wiederholt lese, sind diejenigen mit beschreibendem oder tendenziell narrativem Charakter. Vielleicht liegt das daran, dass ich in den letzten Jahren einen deutlichen Vorschuss an Denken und Argumentieren im Vergleich zum Schildern geleistet habe, gerade auch schriftlich, und dass mir die entsprechenden Gedanken und Argumente schon entsprechend vertraut und niedergeschrieben nur transformiert scheinen, Gegenständliches hingegen eher wie literarisches Schaffen anmutet. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich lieber Romane lese als Philosophie, also zur Erbauung, denn erstere kann ich mir nur schwerlich selbst ausdenken (wenn’s anders wäre, schriebe ich schließlich einen), in letzterer aber bin ich entsprechend vorbelastet und ergo geübt.

Jedenfalls wird hier in Kürze wieder recht weltanschauungslose, dafür aber anschauliche Prosa auftauchen, die, finde ich, auch mal wieder an der Reihe ist.

One Comment leave one →
  1. 16. Januar 2012 3:38 am

    Super Post.Habe ein paar tolle Denkanstoesse gekriegt. Freue mich schon auf weitere Posts.

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