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von Wesen und Wäldern

3. Dezember 2011

Literature must always be about gloom of one sort or another, on the principle that there is nothing interesting to be said about happy people. (Theodore Zeldin)

Schade eigentlich, dass das wohlweislich rechts einkategorisierte Thema Natur in letzter Zeit so kurz gekommen ist. (See what I did there? Das Deutsche und seine herrlich exkulpativen Unpersönlichkeiten! Und das bei all den Pronomina in der ersten Person, die sich im Folgenden sicher häufen werden.)

Mir gefiel mein Schwärmen von urzeitlichem und urtümlichem Viehzeug ja selber immer besser als z.B. mein kontextabhängig poetisches bis philosophisches bis banales Gejammer über die Begrenztheit des irdischen bzw. stressfreien Daseins. Ich fand nur einfach keine Muße mehr, mich von völligen Belanglosigkeiten faszinieren zu lassen, statt immer dieselben flachen Tiefgründigkeiten immer profunder und abstrakter zu durchschürfen.

Es ist einfach kein Zustand, wenn man kaum Zeit zum Schreiben hat, und wenn einem wenn, dann nichts Besseres einfällt als darüber zu schreiben, dass man kaum Zeit hat, egal wozu. Tatsächlich würde ich das Schreiben häufiger und länger sein lassen (so blieben zu meiner eigenen Freude die letzten Überreste meiner eskapistischen Schwärmereien zu Studienzeiten in der Liste rechts präsent erhalten, selbst wenn sich eh nur alle Jubeljahre mal wieder einer nach diesen alten Geschichten verirrt) – dächte ich nicht, dass ihr, geneigte Leserschaft, dann das Interesse an meinen spärlichen bis ausbleibenden Ergüssen verlieren müsstet.

Es ist für ein so oxymorontisch kommunikatives und kontemplatives Persönchen wie mich im Übrigen ohnehin sehr merkwürdig, Texte gefühlt ins Nichts zu verfassen. Die unlängst zitierte Maxime des öffentlichen literarischen Egozentrismus lässt sich, stelle ich zusehends fest, nicht auf mich anwenden, so sehr auch mein Schreiben um mich kreist: Für mich schriebe ich nämlich ja anders, als ich es für euch tu, selbst wenn es thematisch ein ähnliches Konglomerat aus Überlegungen, gelegentlicher Senfzugabe zu diesem und jenem und verschiedentlicher Nabelschau wäre. (… schon allein insofern, als meine Sätze noch länger wären. Irgendwann würde mein eigener hypotaktischer Wahnsinn mich sicher in denselbigen treiben.)

Dabei weiß ich aber doch nicht, wer ihr seid, und zwar wirklich von kaum einem einzigen. Ich habe es nämlich bewusst unterlassen, diesen Blog in meinem Freundeskreis zu bewerben: Es geht mir ja, so oft in diesen Zeilen auch ich stehen mag, nicht um mich selbst, sondern um meine Gedanken und Anschauungen, die losgelöst durch den Äther geistern, erquicken und inspirieren sollen, wen sie und bei wem sie Anklang finden.

Ob das jetzt entsetzlich selbstlos und bescheiden ist? oder gerade das Gegenteil dessen?

2 Kommentare leave one →
  1. Guinan permalink
    3. Dezember 2011 2:29 pm

    Ich bin immer wieder fasziniert von den Schachtelungen, Stapelungen, Wendeltreppen deiner Sätze.

    • 3. Dezember 2011 4:16 pm

      Sofern ich das als Kompliment auffassen darf und soll: herzlichen Dank!
      Dieser Artikel ist vielleicht auch in einem sogar für mich ungewöhnlichem Maße ein syntaktisches Luftschloss. x

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