Skip to content

ach, Feminismus

9. August 2011

Neulich habe ich über tausend Wörter zum Thema ungewollter männlicher Anmachen ins Unreine niedergeschrieben (inzwischen haben sie auch den Weg hierher gefunden) und heute trotz anfänglicher Fassungslosigkeit eine vielleicht nicht ganz unergiebige Diskussion mit dem selbsterklärten Atheisten Raskalnikov über seinen, mit Verlaub, gewagten Artikel zum Thema Ist Vergewaltigung wirklich so schlimm? angezettelt. Beides sind Beispiele plötzlich in mir entflammter politischer Motiviertheit für das Thema Feminismus im weitesten Sinne, an dem konsequent und systematisch interessiert zu sein ich eigentlich nicht von mir behaupten kann. Tatsächlich wurde mir anlässlich der bewussten Diskussion zu meinem enormen Befremden wortwörtlich unterstellt, feministische Propaganda zu verbreiten, indem ich die Praxis der Vergewaltigens mit Gewalt (ach was), Machtausübung und Erniedrigung in Verbindung brachte. Das mag ein Extremfall sein, aber ein Fall ist es doch, und zwar von Manifestierungen des vielzitierten male privilege, von dessen Existenz ich inzwischen trotz meiner nur sporadischen Beschäftigung mit dem Thema sehr überzeugt bin, auch wenn ich mich nur in ebenso sporadischen Ausbrüchen je über das Ungleichgewicht beschwere, dessen Unverständnis und Ignoranz eben jenes Privileg darstellt. (Siehe hierzu übrigens auch diesen wunderbaren Artikel.)

Jetzt, wo ich schon einmal dabei bin, will ich in einigen raschen Zeilen versuchen, meine ungeübte eigene Ansicht zu Gender- und feministischen Thematiken schriftlich näher zu ergründen. Ich beginne mit der m.E. unbestreitbaren Annahme, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt; unsicher bin ich mir bzgl. des Ausmaßes dieser Unterschiede und der Frage, ob und inwieweit sie Ungleichbehandlungen rechtfertigen. So weit, so sauber argumentiert und thematisiert; jetzt setzen aber schon meine vielen nahezu zusammenhangslosen persönlichen Überzeugungen und Meinungen ein:

Dass z.B. die Praxis der männlichen Galanterie (Damen in Mäntel zu helfen, auf Gehwegen die Straßenseite zu nehmen, in unbekanntes Terrain voranzuschreiten, andernfalls ihrer Begleiterin den Vortritt zu lassen etc.) keineswegs emanzipatorische Rechte in Frage stellt, sondern vielmehr eine Bereicherung des zivilisierten sozialen Umgangs bedeutet und deswegen doch bitte beibehalten werden soll. (Weniger sicher bin ich mir bei Essenseinladungen und der Frage, wer wen zuerst anspricht, aber da koinzidieren meine persönlichen Vorlieben, die ich nun wirklich nicht zu irgendwie argumentativ oder rational begründeten politischen Ansichten stilisieren will, auch mit entsprechenden antiquierten Traditionen.) Mag sein, dass es feministisch heißt, Frauen genauso (statt nur gleichwertig) zu behandeln wie Männer, aber wenn dem so ist, dann bin ich eben wirklich keine Feministin.

Weiter: Dass Frauen und Männer allgemein und statistisch nicht dieselben Interessen und Begabungen haben, dass ihnen aber prinzipiell und individuell dieselben Chancen und Perspektiven zustehen. Will sagen, dass Frauen sog. Männerberufe nicht von vornherein verweigert, aber auch nicht unbedingt systematisch angedient werden müssen und umgekehrt; dass Frauen freiwillig Armeen beitreten dürfen, aber nicht dazu verpflichtet werden sollen; dass es natürlich Eltern- statt nur Mutterschutz geben soll, aber davon ausgegangen werden darf, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle Mütter ihn in Anspruch nehmen werden.

Dass es eine Unverschämtheit ist, Frauen für dieselbe Arbeit weniger Lohn zu zahlen als Männern, und dass die derzeitige Praxis in diesem Zusammenhang forsches und forderndes männliches Selbstbewusstsein gegenüber weiblicher Vor- und Rücksicht begünstigt. (Eine solche Begünstigung, und zwar von Seiten der Institutionen, nicht der Fächer an und für sich, mache ich übrigens auch im Sinne einer kleinen pet theory für akademische gender gaps verantwortlich.)

Dass keinem ein Job aufgrund seines Geschlechtes (cf. Herkunft, Religion, Alter etc.) vorenthalten werden darf, dass es aber unvermeidlich eine Rolle für einen persönlichen Eindruck und die Kompatibilität bei engen Arbeitsverhältnissen spielen kann und dass die Ausschreibung aller und jeder Stellen auf (m/w) sowie die Einladung von Quotenbewerbern, die eigentlich sowieso nicht in Frage kommen, pro forma keineswegs Gleichberechtigung schafft oder abfrühstückt; im Gegenteil verkommt politische Korrektheit spätestens bei floskelhaft durchgegenderten Anreden im Stil von Liebe Bürgerinnen und Bürger (bzw. dem üblichen genuschelten Liebe Bürgerndbürger) aus meiner Sicht zur Farce.

Ich glaube, ich belasse es hier und heute bei der schludrigen und weitgehend argumentationslosen Aufzählung dieser Ansichten. Vielleicht sind sie widersprüchlich, vielleicht machen sie mich zu einer Art Feministin (welche Art, wüsste ich gerne, mit der Nomenklatur kenne ich mich nämlich nicht aus), vielleicht ordnen sie sich nun, da ich sie schriftlich gesammelt habe, in meinem Geiste irgendwie geordneter und stringenter als zuvor. Ich bin gespannt.

Oh, und nach all dem Ernst hier zum Schluss noch ein Zitat eines lieben Freundes:

I am a feminist. That’s why I hit women.

7 Kommentare leave one →
  1. 10. August 2011 8:38 am

    „Vielleicht sind sie widersprüchlich, vielleicht machen sie mich zu einer Art Feministin (welche Art, wüsste ich gerne, mit der Nomenklatur kenne ich mich nämlich nicht aus“

    Die Hauptrichtung, der Gleichheitsfeminismus, wird es wohl nicht, da du ja Unterschiede zwischen Männern und Frauen siehst. Vielleicht wäre „Equity Feminismus“ was für dich?
    http://en.wikipedia.org/wiki/Equity_and_gender_feminism

    • 10. August 2011 10:36 am

      Danke für den Tip! die Richtung schien mir bei meinen eigenen Recherchen (die halt ihrerseits über Wikipedia nicht hinausgingen) auch am Nächsten. x

  2. 12. August 2011 11:02 pm

    Hi, komme grad rüber vom Gerd Buurmann: schönes Blog, deins hier!

    Zu deinen „ungeordneten Gedanken“ gleich noch ein paar mehr: Ungleiche Bezahlung für Männer und Frauen ist eine gendergemainstreamte Propagandalüge. Punkt. Oder anders: nenne mir doch einfach 3 repräsentative Beispiele aus 1. Hand. Kannst du nicht.

    Im Gegenteil kann man mit einiger Berechtigung sogar sagen, dass bei der de facto stattfindenden gleichen Bezahlung die Frau sogar unter dem Strich mehr Geld verdient und auch mehr Arbeitsschutzrechte genießt als der Mann, da Schwangerschaftsrisiko. Die Folge, nur aufgrund des weit in die Vertragsfreiheit eingreifenden Arbeitsrechtes, ist die geringere Einstellungschance für Frauen, da sie den Arbeitgeber unterm Strich zu teuer kommen. Das ist zwar menschlich ungerecht aber betriebswirtschaftlich vernünftig. Betriebswirtschaftlich vernünftig wäre es auch, nur noch und ausschließlich Frauen zu beschäftigen. Erhielten sie denn tatsächlich eine niedrigere Entlohnung als Männer für die gleiche Arbeitsleistung.

    Jetzt noch die Vergewaltigung. Ich fand immer, die sollte aus strafrechtlicher Sicht vollständig losgelöst vom sexuellen Aspekt sein und allein aufgrund von Gewaltkriterien beurteilt werden. Was allerdings das Vorhandensein einer offenen und liberalen sexuellen Einstellung in einer solch eine Tat be- und verurteilenden Gesellschaft voraussetzt. Anstelle der in der heutigen Wirklichkeit stattfindenden Tabuisierung (erstaunlicherweise trotz oder vielleicht auch wegen der Titten- , Muschi- und Schwanz-Inflation am Zeitungsständer (sic!) wie auf den jeweiligen Pride- oder Joy-Paraden) von lebendigem, nassem, riechenden und auch und gerade von euch Frauen: forderndem Sex.

    Außerdem bedingte das, dass eine womöglich harte und gerechte Strafe für sowohl Vergewaltigung wie auch sonstige körperliche wie seelische Gewalt, insbesondere wenn rohe Machtphantasien durchgesetzt werden, in vergleichbarer Höhe gesprochen würde. Weil die Taten, ob mit oder ohne Sex, direkt miteinander vergleichbar wären. Am Rande: „ob mit oder ohne Sex“ ist eine sehr schlechte Formulierung. Setzt man voraus, dass beim Sex alle Beteiligten ihren Spaß haben (wollen). Woraus ganz von selbst folgt, dass der strafrechtlich relevante Aspekt der Vergewaltigung eben die (einseitige) (willenbrechende) Gewalt ist.

    Und dieser Aspekt bedingte zusätzlich, dass das Thema unabhängig vom Geschlecht des Opfers wie des Täters (hier einmal nur zur Provokation: Schrägstrich der Täterin!) behandelt würde.

    Eine solche Ansicht ist aber im derzeitigen genderkorrekt-feministischen Environment die reinste No-Go-Area. Weshalb eine sicher interessante Diskussion hierzu nicht stattfindet.

    • 13. August 2011 12:16 am

      Danke für den ausführlichen Kommentar! Interessante Diskussionen: immer gern.
      Gegenfrage zu deiner sarkastisch Rhetorischen: Wieso Beispiele? Ich beziehe mich auf Statistiken, nciht eigene Erfahrung. Überhaupt, wieso aus erster Hand? Ich muss doch eine Ungleichbehandlung nicht (mehrfach, wie du forderst) aus nächster Nähe oder selbst erlebt haben, um sie kommentieren zu dürfen oder gerechtfertigtermaßen an ihre Existenz zu glauben.
      Unterstellst du mir eigentlich mehr oder weniger verklausuliert, „Propagandalügen“ zu verbreiten, oder lese ich da jetzt zu viel Stichelei in deine Ausführungen?

      Der sexuelle Aspekt ist aus meiner Sicht, und das wirst du wohl als Antwort auf deine doch arg kontroverse These erwarten, bei der Vergewaltigung nicht zu vernachlässigen: Die ungewollte Intimität stellt einen derart einzigartigen Eingriff in die Intimsphäre und das (sexuelle) Selbstbestimmungsrecht dar (das in meiner persönlcihen Vorstellung auch noch mal eine besondere Relevanz hat, aber das mag Geschmackssache sein), dass man sie nicht außen vorlassen kann. Und selbst wenn aus deiner Sicht die sexuelle Dimension für den Tatbestand der Vergewaltigung nicht entscheidend ist, so lässt sich das Ausmaß eines solchen Verbrechens jedenfalls m.E. ganz und gar nicht auf den Gewaltaspekt reduzieren und dementsprechend abfrühstücken. Gewalt ist das eine, Erniedrigung das andere, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch noch mindestens ein drittes gibt.
      Übrigens befürchte ich sowieso, dass ich Teile deiner Argumentation nicht ganz verstehe: Willst du darauf hinaus, dass Sex überhaupt nur als solcher bezeichnet gehört, wenn er einvernehmlich geschieht? Und mit welchen Arten von Gewalt hältst du Vergewaltigung beispielsweise für vergleichbar?

      Überhaupt, wo siehst du im gegenwärtigen Kontext ein genderkorrekt-feministisches Environment? Das verwundert mich besonders.

      • 13. August 2011 1:20 am

        Zur letzten Frage: definitiv NICHT in deinem Blog, das war missverständlich formuliert, sorry!

        Da es schon spät ist, zum Rest nur in Kürze: Ich – aber das ist nur meine Privatmeinung, allerdings als pubertierender Knabe in den 70ern unfreiwillig und höchst schockierend sozialisiert durch Alice Schwarzers männerhassendes Frauencafé in Köln – möchte die Frauen, was den sexuellen Aspekt betrifft, immer als selbständige und aktive (und selbstverständlich geschmackssichere + wählerische) Wesen sehen. Und nicht als Opfer. Nach über 40 Jahren „Feminismus“ hat sich allerdings der Opferreflex manifestiert. Aber das ist ein weites Feld.

        Solange jedenfalls Vergewaltigung als eine sexuelle Straftat begriffen wird und Sex als Tabuthema, eröffnen sich Abgründe, die in ihrer Tiefe kaum minder erschreckend sind. Ich darf an die causa Kachelmann erinnern, in welcher ein charmanter Schleimbeutel und vollkommen beziehungsgestörter Narzisst für seine charakterlichen – aber eben dennoch ganz und gar privaten – Unzulänglichkeiten öffentlich hingerichtet werden kann, und zwar ungestraft. Das halte ich durchaus für vergleichbar.

        In keinem Falle möchte ich meine Argumentation als Reduktion oder gar Verharmlosung verstanden wissen. Ganz im Gegenteil. Der Aspekt der Gewalt als solche wird auch in vielen anderen Fällen nur unzureichend gewürdigt. Beispiel Wohnungseinbruch. Ich kennen nicht wenige Menschen (schon aus berufl. Gründen), die nach einem Einbruch in ihrer geschändeten Wohnung nicht mehr weiter leben können.

        Tatsächlich steckt in jeder Gewalttat der Aspekt der Erniedrigung. Insbesondere, wenn Täter (und, ja: auch Täterinnen!) ihre Objekte krankenhausreif bis tot prügeln. Ich glaube, man nennt das „klatschen“. Komm, wir gehen die verfickte Schlampe klatschen!, Komm, wir gehen diesen dämlichen Loser, dieses Opfer, klatschen!

        Zum Begriff: Sex, ja, oder besser Sexualität, so nenne ich das nur, wenn es einvernehmlich ist. Wie sonst? Und sonst ist’s ja auch keiner! Sondern Gewalt!

        Zu den Statistiken: Selbstverständlich setzt die Diskussion über ein Thema nicht zwingend ein konkretes Beispiel voraus. Ich wollte dich eigentlich nur ein wenig bei der Ehre packen. Ich kenne die Statistiken. Sie lassen dich glauben, es gäbe eine Lohn- / Gehaltsbenachteiligung bei Frauen. Was aber nicht stimmt. Diese Statistiken vermischen Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.

        Im Geschäftsleben ist wenig bis kein Platz für Sentimentalitäten. Auch der private Konsument entscheidet sich bei vergleichbarer Qualität für das günstigere Angebot. Du etwa nicht? Warum sollte sich ein Arbeitgeber nen sauteuren Kerl leisten, wenn er eine Frau günstiger haben könnte? Und selbst wenn der Arbeitgeber ein überzeugter Maskulinist wäre, seine Kunden würden ihm schon den Marsch blasen! Nämlich woanders günstiger kaufen!

        Wer also „Ungerechtigkeit!“ ruft, muss sich entscheiden: entweder sind zu wenig Frauen im Job, oder sie werden zu schlecht bezahlt. Beides zusammen geht einfach nicht. Egal, was für Statistiken hyperaktive Ministerinnen in ihre Pressemeldungen knallen. Ich hatte das schon begründet.

        Frauen werden nicht schlechter bezahlt. Und, besonders in Führungsebenen, finden sich nach wie vor deutlich mehr Männer. Diesen Fakt möchte ich nur zur Kenntnis nehmen und nicht bewerten. Allerdings sollte erwähnt werden dürfen, dass, je höher die Position und je höher der Verdienst, auch das Arbeitspensum entsprechend ansteigt. CEOs haben durchaus 16-Std.-Tage, an 6-7 Tagen die Woche. Das wollen sich viele Frauen aus guten Gründen nicht antun. Zumindest nicht, wenn sie Mütter sind oder werden wollen.

        In meiner Ehe ist Madame die Verdienerin, und ich arbeite für sie als 400-€-Kraft. Da sie aber selbständig ist, hat es bei uns nur zu einem Kind gereicht. Zu mehr war schlicht keine Zeit. Würde ich eine vergleichbare Kohle ranschaffen können, hätte sie mehr Auszeit gehabt – und wir noch 1 oder 2 Kinder mehr. Es ist aber halt so, wie es ist.

        However – ich wollte keinesfalls streiten, sondern dir ja zu deinen Ausführungen komplett zustimmen, bis auf diese beiden Punkte.

        Verdammt! Doch lang geworden! Und spät!

      • 13. August 2011 1:41 am

        Das Beispiel Wohnungseinbruch ist deswegen interessant, weil es unerwartet anschaulich bestätigt, was ich aus meinem Gefühl heraus schon zuvor behauptet habe: dass ein gewaltsamer Eingriff in die körperlcihe und eben auch sexuelle Intimsphäre noch mal auf einem anderen Blatt steht. Aus seinem Körper kann man nämlich nicht ausziehen. (Die Beobachtung soll ihrerseits nicht verharmlosen, nur eben die Besonderheit sexueller Gewalt und in gewissem Sinne eben doch eine schwer vertretbare Vergleichabrkeit illustrieren.)
        Ich habe nciht den Eindruck, dass die Betonung der sexuellen Aspekte das Thema Vergewaltigung tabuisiert, geschweige denn Frauen in eine Opferrolle drängt: Im Gegenteil geht es doch gerade um die Verteidigung von deren Recht auf sexuelle Selbstbestimmung (also in weniger abstrakten Worten auch darauf, wählerisch zu sein). Übrigens gehe ich bei meiner aktuellen Argumentation eigentlich gar nicht von einem heteronormativen Modell der Vergewaltigung aus (wenn man’s so nennen will), auch wenn ich meine Zweifel habe, inwieweit nicht-penetrative sexuelle Übergriffe (egal von welchem Geschlecht zu welchem) der Vergewaltigung im klassischen Sinne vergleichabr sind. Die tun aber hier wenig zur Sache, die Zweifel.
        Nichtsdestotrotz habe ich einen sehr wenig fundierten und sehr subjektiven, aber sehr realen Eindruck, dass viele (oder meinetwegen nur manche) Männer die Vorstellung von ungewolltem Sex per se deutlich weniger schrecklich finden als viele Frauen. Was hältst du davon?
        Zum Gehaltsthema: Als ich eben lose recherchiert habe, fand ich eine (zitierte) Statistik vom letzten Jahr (hat das statistische Bundesamt eigetnlich keine eigene Internetpräsenz, wo man so was aus erster Hand kriegt?); aus der ergab sich, dass die „Vermischung“ (d.h. – ich gehe davon aus, dass du auf so was hinauswolltest – unterschiedliche Berufe, Qualifikationen, Führungspositionen etc.) rausgerechnet zwar das Gefälle etwas entschärft, aber beileibe nicht ganz dafür verantwortlich gemacht werden kann. Und bei deiner wiederholten, entschuldige, Pseudo-Argumentation, keiner würde sich teure Kerle leisten, wenn Frauen wirklich billiger wären, setzt du eine Anthropologie und ein Modell menschlicher Entscheidungsmechanismen voraus, das so nun wirklcih nciht auf die Realität anwendbar ist und das als stichhaltige Diskussionsgrundlage anzunehmen ich arg zögern muss.
        Dass sich weniger Frauen in Führungspositionen finden, hat übrigens bestimmt ähnliche Gründe wie das (verallgemeinert) geschlechtsspezifische Forderungsverhalten in Gehaltsverhandlungen. Ob das nun neutral beobachtar, entsetzlich ungerecht oder sonst was ist, weiß ich nciht so recht.
        Und das Fass Elternschutz will ich jetzt mal nciht aufmachen. Zumindest nicht im Sinne einer eigenen Mienung. – Ich lese in letzter Zeit ständig in journalistischen commentary pieces, es sei schrecklcih ungerecht, dass Frauen in der Entscheidung für Beruf vs. Kind immer nur die falsche Wahl treffen könnten, ihnen werde nämlich in jedem Fall entweder Karrieregeilheit oder Herdweibchentum angekreidet. Vielleicht ist es das ja wirklich.
        Nichts gegen lang und spät (sonst wär ich ja auch heuchlerisch). War (und bleibt vielleicht) ein sehr ergiebiger Dialog!

  3. 13. August 2011 8:08 am

    Morjn! (Für die, welche mindestens einmal im Leben in Berlin gelebt haben muss…), und Grüß Gott!

    Da ich gleich für ein paar Tage ins U.K. fahre und noch packen etc. muss, null Zeit (es ist eine Fähre in Calais zu erreichen).

    Danke für die Antwort! Ja, der Dialog scheint äußerst ergiebig zu sein. Aber an dem Punkt kommt sofort der Wunsch (bei mir), ihn mit auseichend Zeit im Rücken und einem Glas Wein fortzuführen. Was beides jetzt nicht drin ist.

    Und was sehr schade ist, denn mir fallen 1000 Sachen zur Gegenrede ein!

    Später mehr.

kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: